Wenn man zur Zeit mit der S-Bahn durch Hamburg und andere Städte fährt kann man auf den Bahnhöfen Plakatwände mit einer Pistole, die aus einer Bananenschale gepellt wird, bewundern. Die passende Aufschrift: “Voll Banane, es gibt mehr Regeln für den Handel mit Bananen als mit Waffen.” Die Plakate sind Teil einer aktuellen Amnesty-Kampagne für eine internationale Waffenkontrolle.
Noch bis zum 28. März verhandeln in New York auf der UN Conference on the Arm Trade Treaty die Mitgliedsstaaten über einen internationalen Waffenhandelsvertrag. Bereits im letzten Jahr hat sich Amnesty mit einer Kampagne unter dem Slogan “Hände hoch für Waffenkontrolle” (Wir haben berichtet) für Kontrollen des internationalen Waffenhandels stark gemacht.
Auf der Seite “waffenexporte.org” findet sich eine Liste mit weiteren am Thema aktiven Organisationen. Der Betreiber dieser Seite ist übrigens Jan van Aken, MdB der Partei Die Linke, ein ausgewiesener Experte und ehemaliger Biowaffeninspekteur der Vereinten Nationen.
Und natürlich: Jetzt beginnt die Zeit der traditionellen Ostermärsche. Ganz oben in diesem Jahr steht das Ziel die “skandalösen deutschen Waffenexporte zum Wahlkampfthema zu machen”.
Isbjörn ist ein “Eisbär on Tour” und Teil der internationalen Greenpeace-Kampagne (www.savethearctic.org) zum Schutz der Arktis. Mit Aktionen gegen die Öl- und Gasförderung von Gazprom und Shell will Greenpeace das öffentliches Bewußtsein für das Anliegen schärfen. Das spektakuläre Aktionen mit fliegenden Schlauchbooten noch keine Kampagne ausmachen, weiss niemand besser als die Organisatoren selber. Deswegen kam im Sommer – in einer Teil-Kampagne sozusagen – Isbjörn aus der fernen Arktis zu uns.
Der “Eisbär” trug die Botschaft mit Hilfe der ca. 80 Greenpeace-Gruppen in die Regionen. So organisierten die ehrenamtlichen Greenpeacer Informationsveranstaltungen, Besuche bei Bürgermeistern wie z.B. in Kiel oder Proteste vor Shell-Tankstellen. Isbjörn wurde den ganzen Sommer über zum Aufhänger für Berichte in den Lokalmedien.
Um die Struktur mit den vielen engagierten kleinen und großen Rainbow-Warriors dürfte manch einer Greenpeace beneiden – zurecht, wie diese Kampagne zeigt.
Erfolgreiche Kampagnen und Projekte starten mit einem Auftakt und enden mit einem Abschluss. Letzteres fällt häufig unter den Tisch. Nicht so bei Brot für die Welt.
Mit einer Abschlussveranstaltung und anschließender Feier beendet Brot für die Welt heute in Berlin seine Kampagne für Ernährungssicherheit “Niemand is(s)t für sich allein”. Mit der Frage “Ist Essen bald Luxus?” hat die Organisation einen Tag vor dem Welternährungstag in den Französischen Dom in Berlin eingeladen.
Copyright: Frank Schultze / Brot für die Welt
Die Kampagne, so Carolin Callenius von Brot für die Welt, begann am 16. Oktober 2006 und hatte die Themen Welthandel mit Nahrunsmittteln und Auswirkungen unserer Ernährungsweisen auf die Länder des Südens zum Inhalt. Mit verschiedenen Schwerpunktthemen und Forderungen hat Brot für die Welt – wenn auch nicht alleine – erreicht, dass die Thematik um eine nachhaltige Lebensweise mit Konsum und Ernährung in der Mitte der Gesellschschaft angekommen sei, so Carolin Callenius.
Wir von CampaignOnline finden es beispielhaft eine Kampagne so klar abzuschließen und die Ergebnisse zu veröffentlichen, würden hier allerdings eher von einem Programm bestehend aus mehreren Kampagnen sprechen.
Die Kampagnen-Bilanz kann in der digitalen Pressemappe von Brot für die Weltnachgehört werden. Die Veranstaltung beginnt um 14:30 Uhr.
Es sieht wie eine Projektbereinigung des neuen Umweltministers Peter Altmaier aus: Konzentration auf die Energiewende, für alle Fälle ein sicheres Erfolgsprojekt mit der neuen Wertstofftonne angehen und streichen der Projekte ohne Chance. Dazu gehört ohne Zweifel die geplante CO2-Abspaltung und -Speicherung, Carbon Dioxide Capture and Storage, kurz CCS. In einem Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung hat Altmaier gesagt, dass er für Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke mit CCS-Technologie er derzeit in keinem Bundesland eine politische Akzeptanz sehe. Damit dürfte die Idee trotz des Kompromisses im Bundesrat endgültig beerdigt sein.
Jahrelang haben Initiativen und Verbände die Technologie bekämpft. Jetzt muss der Erfolg gebührend gefeiert werden. Damit werden die Kampagnen und Projekte abgeschlossen. Das gelungene Ende einer Kampagnen gehört genauso wie der gelungene Auftakt zur Kampagne dazu. Es ist die (vielleicht letzte) Gelegenheit seine Arbeit nochmal mit dem Thema in Verbindung zu bringen, sich bei MitstreiterInnnen zu bedanken und “aufzuräumen” um den Kopf frei für neue Projekte zu machen.
Der Attac-Ratschlag beschließt in Jena eine Kampagne für eine Vermögensabgabe. Europaweite Aktionstage vom 17. bis 19. Mai in Frankfurt und eine Vermögensabgabe-Kampagne werden den Schwerpunkt der Attac-Aktivitäten in den kommenden Monaten bilden.
Unter dem Slogan “Hände hoch für Waffenkontrolle” startet Amnesty eine Kampagne zu einer UN-Konferenz, die am 2. Juli beginnt und auf der ein Vertrag zur Kontrolle des internationalen Waffenhandels (ATT – Arms Trade Treaty) ausgearbeitet werden soll.
“Andere Banken braucht das Land” fordert ein Bündnis, das unter anderem von Urgewald und Foodwatch getragen wird. Das neue Kampagnen-Bündnis wendet sich gegen unverantwortliche Geschäfte der Geldinstitute. Finanzierung von Rüstungsproduktion und Atomkraft sowie Spekulation mit Nahrungsmitteln und lebenswichtigen Gütern sollen aus dem Portfolio der Banken verschwinden.
Für etwas Abwechslung sorgen ein Flug mit Greenpeace zur Unglücksplattform Elgin und immerhin der erste Wolf im Westerwald, der vom NABU gebührend begrüßt wird. Den Greenpeace-Bericht könnt Ihr hier im Podcast hören.
Auch vom Kampaigner ein herzliches Willkommen an den ersten Wolf im Westerwald!