Gespräch mit Greenpeace, 1. Teil

Wir werden häufiger gefragt, wie man Campaignerin oder Campaigner werden kann. Geben wir die Frage doch einfach mal weiter – an diejenigen die Campaigner beschäftigen.
Zum ersten Gespräch trafen wir Ingrid Meyer, Leiterin Personal bei Greenpeace in Hamburg.

Frau Meyer, in welchen Bereichen bei Greenpeace arbeiten Campaignerinnen bzw. Campaigner?

Eigentlich nur in den Themenbereichen, also Energie/Klima, Atomausstieg, Wälder, Meere, Nachhaltige Landwirtschaft und Chemie sowie Globalisierung. Wir haben zwar auch Netzwerk- und Aktions-Campaignerinnen und -Campaigner, deren Tätigkeiten sind aber nicht vergleichbar.

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Ein Einsatz auf dem neuen Greenpeace Flagschiff kann auch zu den Aufgaben einer Campaignerin oder eines Campaigners gehören.


Wie viele Campaignerinnen bzw. Campaigner gibt es bei Greenpeace?

Es sind ca. 20 und zusätzlich einige Projektstellen.

Welche Voraussetzung muss jemand mitbringen, um bei Greenpeace als Campaigner/in einzusteigen?

Wir haben FachexpertInnen in den einzelnen Bereichen, z.B. im Bereich Meere/Wälder MeeresbiologInnen, aber ein Fachstudium ist kein Muss. Es ist auch nicht zwangsläufig ein Studium erforderlich. Die/der Beweberber/in sollten auf jeden Fall vom Fach Expertise haben, und das sollte auch der Biografie erkennbar sein. Wichtig ist uns aber eine abgeschlossene Ausbildung. Es dürfen durchaus Brüche im Lebenslauf sein. Wir legen Wert drauf, dass die Bewerber/innen engagiert aus den Umständen etwas gemacht haben. Engagement ist uns generell wichtig, Wir sehen es gerne, wenn sich Jemand bereits ehrenamtlich und politisch engagiert hat. Das kann in einer Greenpeace-Gruppe aber auch in einem anderen Feld als dem Umweltschutz sein.

Wir finden generell gut, wenn Menschen schon verschiedene Perspektiven eingenommen haben.

Strukturiertes Denken sollte jemand mitbringen und die englische Sprache beherrschen, obwohl für uns auch Deutsch ein Muss ist. Auslandserfahrung sehen wir auch gerne.

Streitbar sollte jemand sein, eine Meinung haben und sich dafür einsetzen, auch wenn er/sie sich dadurch angreifbar macht.

Darüber hinaus ist eine hohe Flexibelität gefragt. Manchmal ändern sich die Dinge eben schnell und dann muss man reagieren.

Der zweite Teil des Gespräches folgt nächste Woche.

Am Sonntag, den 22. September 2013 wählen wir den 18. Deutschen Bundestag. Wie üblich vor solchen Wahlen versuchen Interessensgruppen “ihr Thema” unterzubringen. Heute der letzte Beitrag zu dem Thema:

“Non-Profit-Kampagnen zur Bundestagswahl 2013″
.ausgestrahlt : “Besorg die Unterschriften!

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Quelle: .ausgestrahlt

Hier kommt kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag noch eine “Last-Minute-Aktion” von .ausgestrahlt. Wer also morgen, am Samstag, nochmal in der Fußgängerzone die Info-Stände der Grünen und der SPD besuchen möchte und ein Gesprächsthema braucht – für den kommt die Aktion gerade richtig. Ladet Euch ganz einfach hier die Formulare für die Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen und der SPD runter und legt sie ihnen zur Unterschrift vor. Damit sollen sie bestätigen, “dass sie sich bei einer Regierungsbeteiligung dafür einsetzen werden, dass die atompolitischen Ankündigungen aus ihren Wahlprogrammen in die Koalitionsvereinbarung aufgenommen werden”.
.ausgestahlt will die gesammelten Formulare nutzen, falls es zu Koalitionsverhandlungen kommen sollte.

Am Sonntag, den 22. September 2013 wählen wir den 18. Deutschen Bundestag. Wie üblich vor solchen Wahlen versuchen Interessensgruppen “ihr Thema” unterzubringen. Heute in der Serie zu dem Thema:

“Non-Profit-Kampagnen zur Bundestagswahl 2013″
ONE: Ich schaue hin

Mit ihrer Kampagne zur Bundestagswahl 2013 will die Lobby- und Kampagnenorganisation ONE erreichen, dass “die nächste Bundesregierung Deutschlands Zusagen im Kampf gegen Extreme Armut gerecht wird”.

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Copyright: (c) ONE

Mit einer Vielzahl von Aktionen, wie hier am Reichstag, will ONE den Wahlkampf begleiten und ein Augenmerk auf das politische Geschehen lenken.

Begleitet werden die Aktionen mit dem ONE-Kandidatencheck.
Hier macht ONE öffentlich, wer den “Artikel ONE” unterzeichnet hat und sich damit für mehr Entwicklung einsetzt. Durch Eingabe der Postleitzahl können Wähler prüfen, ob “ihr” Kandidat ebenfalls unterzeichnet hat, oder nicht. Meine Kandidatinnen und Kandidaten Tobias Debuch – FDP, Hiltrud Lotze – SPD, Eckhard Pols – CDU, Julia Verlinden – Bündnis 90 Die Grünen und Johanna Regina Voß – Die Linke sind noch alle Wegseher (Stand 22.8.2013).

Außerdem können Interessierte eine Petition unterzeichnen, die Botschaft über ihre Netzwerke verbreiten und sich als Volunteer eintragen.

ONE ist eine Lobby- und Kampagnenorganisation zur Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten insbesondere in Afrika. nach eigenen Angaben. Zum Vorstand von ONE gehört auch der U2-Sänger Bono.

Kampagnenfilm – mit der Stimme von ONE-Unterstützerin Anna Loos

Der Kampaiger geht jetzt E-Mails an die KandidatInnen schreiben.

Am Sonntag, den 22. September 2013 wählen wir den 18. Deutschen Bundestag. Wie üblich vor solchen Wahlen versuchen Interessensgruppen “ihr Thema” unterzubringen. Heute in der Serie zu dem Thema:

“Non-Profit-Kampagnen zur Bundestagswahl 2013″

Wahlprüfsteine

Die Bundestagswahl geht an keinem Lobbyverband vorbei. Während einige Verbände Kampagnen zur Bundestagswahl kreieren, beschränken sich andere auf die Veröffentlichung von “Wahlprüfsteinen”. Wahlprüfsteine, das sind meist Forderungskataloge mit den wichtigsten Anliegen. Anknüpfend wird bei Vertretern und Vertreterinnen der Parteien nachgefragt inwieweit die jeweilige Partei den Forderungen nachkommen wollen. Manchmal wird auch einfach mal in das Parteiprogramm geschaut.

Die Google-Suche nach dem Stichwort “Wahlprüfsteine 2013″ lieferte eben 10.700 Ergebnisse. Darunter sind natürlich zahllose Interessensverbände des Handels und der Industrie

Programmcheck-Teaser_01

Unter dem Titel “Wahl Spezial Bundestagswahl 2013 – Parteien im Vergleich” hat der WWF seine wichtigsten Punkte herausgestellt. Zum Programmcheck gehört auch in acht-seitiges “Wahl Spezial”. Darin findet man Interviews mit Vertretern der Parteien und ein grafische Darstellung Übereinstimmung mit den Forderungen des WWF.

Das hier “Wahl Spezial” steht hier  zum Download bereit.

Ähnlich sieht es beim BUND aus. In ihrem “KandidatInnencheck” führen die Naturschützer zehn Kernforderungen auf. Nutzer können sich ihre Wahlkreiskandidaten und -Kandidatinnen mit ihren Positionen anzeigen lassen – hier das Beispiel für Lüneburg – und sich ein Textfenster öffnen um direkt zu reagieren.

BUND_check_Lü

Beide Beispiele sind als “Wahlprüfsteine” umfangreicher als manches was man sonst so unter dem Begriff “Kampagne” findet.

Wenn man zur Zeit mit  der S-Bahn durch Hamburg und andere Städte fährt kann man auf den Bahnhöfen Plakatwände mit einer Pistole, die aus einer Bananenschale gepellt wird, bewundern. Die passende Aufschrift: “Voll Banane, es gibt mehr Regeln für den Handel mit Bananen als mit Waffen.” Die Plakate sind Teil einer aktuellen Amnesty-Kampagne für eine internationale Waffenkontrolle.

Noch bis zum 28. März verhandeln in New York auf der UN Conference on the Arm Trade Treaty die Mitgliedsstaaten über einen internationalen Waffenhandelsvertrag. Bereits im letzten Jahr hat sich Amnesty mit einer Kampagne unter dem Slogan “Hände hoch für Waffenkontrolle” (Wir haben berichtet) für Kontrollen des internationalen Waffenhandels stark gemacht.

Auch andere sind in diesen Tagen aktiv. Oxfam ruft zur Unterstützung der Twitter-Kampagne “We need an Arm Treaty now!” in Thunderclap auf. In der Aktion “Aufschrei” haben sich viele namhafte Organisationen, darunter Brot für die Welt, Misereor und terre des hommes, mit der Forderung nach Beendigung des Waffenhandels zusammengefunden.

Auf der Seite “waffenexporte.org” findet sich eine Liste mit weiteren am Thema aktiven Organisationen. Der Betreiber dieser Seite ist übrigens Jan van Aken, MdB der Partei Die Linke, ein ausgewiesener Experte und ehemaliger Biowaffeninspekteur der Vereinten Nationen.

Und natürlich: Jetzt beginnt die Zeit der traditionellen Ostermärsche. Ganz oben in diesem Jahr steht das Ziel die “skandalösen deutschen Waffenexporte zum Wahlkampfthema zu machen”.

Wanderschuhe schon geputzt?