Kampagnen für die Verkehrswende: der ADFC
25.February, 2019
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Kampagnen für die Verkehrswende: Petition für ein Tempolimit

Kirche fordert Tempolimit

Mit der Verkehrswende gewinnt auch die Diskussion um ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen wieder an Fahrt. Für den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) richtet sich ein solches Tempolimit allerdings “gegen jeden Menschenverstand” (Handelsblatt, vom 19.1.2019). Dieser scheint demnach vielen zu fehlen.

Zum Beispiel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Diese hat am Aschermittwoch, dem 6. März, eine Unterschriftensammlung für eine öffentliche Petition gestartet. Innerhalb von vier Wochen sollen 50.000 Bürgerinnen und Bürger die Petition unterzeichnen und damit eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss erfolgen kann.

Argumente für ein Tempolimit gibt es genug: Wer einmal in Frankreich auf der Autobahn unterwegs war, weiss wie entspannt Autofahren sein kann. Zusätzliche Zeitverzögerungen gibt es meist nur an den Mautstationen. Über die Frage wieviele Verkehrstote weniger es gäbe, wird gestritten. Aber wäre denn nicht schon ein Opfer weniger ein Tempolimit wert? Das wichtigste Argument ist aber die CO2-Einsparung. Die Kirche geht von mindestens 2% CO2-Einsparung bei Tempo 130 aus. Hinzu kommen andere Umweltaspekte wie weniger Lärm und weniger Reifenabrieb.

Bereits am Montag vergangener Woche kündigte der Autobauer Volvo an, ab 2020 keine Autos mehr zu bauen, die schneller als 180 km/h fahren. Das passt zu den Anforderungen der Absatzmärkte und zur Strategie künftig nur noch auf Elektroantriebe zu setzen. Schließlich ist Deutschland in der EU das einzige Land, in dem es kein Tempolimit gibt, bzw. dem der “Menschenversand” nach Scheuers Logik noch nicht abhanden gekommen ist.

Ob die Petition der Evangelischen Kirche etwas bewirken wird, hängt natürlich ganz wesentlich von der Zahl der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner ab. 50.000 müssen es mindestens bis zum 5. April werden. Bei einer deutlich höheren Zahl könnte das Thema wieder auf die politische Tagesordnung gelangen.

Alle Informationen zu der Petition für eine Tempolimit 130 findet Ihr auf der Aktionsseite der Kirche und direkt unterschreiben könnt ihr auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestages.