Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenezen e.V. feiert am 21.Dezember ihren 40. Jahrestag. Zu diesem Anlass hat die Organisation eine Facebook-Kampagne gestartet. Über die Website www.mein-profil-fuer-msf.net können sich Facebook-Nutzer eintragen und 24 Stunden lang mit drei Einträgen auf der eigenen Pinnwand auf die Arbeit der Organisation hinweisen. Damit machen sie ihre Freunde auf den Facebook-Auftritt von Ärzte ohne Grenzen aufmerksam und tragen aktuelle Informationen über die Hilfe für Menschen in Not weiter. Das Ziel der Aktion ist es, mit dem 40. Jahrestag der MSF-Gründung 40.000 Fans des deutschsprachigen Facebook-Auftritts der Organisation zu erreichen, wie es in der Pressmitteilung heisst.

Verärgert über die Politik der Nicht-Einmischung des Roten Kreuzes während des sogenannten “Biafra-Krieges” gründete eine Gruppe junger Ärzte die Organisation Medecins sans Frontieres MSF (deutsch: Ärzte ohne Grenzen). Die Ärzte ohne Grenzen haben sich ihre kritische Haltung zum Teil bis Heute erhalten. So riefen sie einige Tage nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien dazu auf die Spenden an die Organisation für die Katastrophe einzustellen. Das Geld würde woanders dringender gebraucht, hiess es. Dazu steht die Organisation noch heute, wie Ulrike von Pilar, damals Geschäftsführerin der deutschen Sektion, dem Ärzteblatt sagte.

Wir meinen: Genug Grund mehr als sein Profil zu spenden!

Wenn der Nachbar böses plant …

Wir haben es vernommen: Trotz Tschernobyl, Fukushima, bestehendem Baustopp und dem Atomausstieg hierzulande – Polen will in die Atomkraft einsteigen. Die Grünen in Polen sind schwach und die Regierung bezuschusst eine Kampagne zur Aufklärung der Nutzung der Kernenergie mit vorerst rund einer Millionen Euro, wie die Zeit berichtete.

Da kann etwas Schützenhilfe der deutschen Grünen nicht schaden. Auf ihrer Online-Kampagnenplattform Meine Kampagne haben Bündniss 90/Die Grünen aus Brandenburg eine Einwendungsaktion gegen die ponischen Einstiegspläne in die Atomkraft gestartet. Noch bis zum 4. Januar 2012 können Bürgerinnen und Bürger aus den Nachbarländern nach EU-Recht ihre Eingaben an die zuständige Ministerin Hannah Trojanowska senden. Diese muss ihre Pläne einer sogenannten “strategischen Umweltprüfung” (SUP) unterziehen und die Stellungnahmen, auch die deutscher EU-Bürger, berücksichtigen.

Schade, dass  auf der Internetseite bei den Grünen nicht erklärt wird wie die Stellungnahmen berücksichtigt werden müssen und warum es sinnvoll ist möglichst viele Einwände in Polen einzureichen. Gehen die Initiatorinnen und Initiatoren von einer Selbstverständlichkeit aus, oder wollen sie lieber nicht erwähnen, dass die Einwendungen “nur” politisches Druckmittel sind. Geht es möglicherweise auch darum die Wege für künftige Klageverfahren gegen die Pläne zu bahnen?

Die Plattform Meine Kampagne wird von den Grünen vor allem auch Nicht-Mitgliedern angeboten um politische Themen die “ihnen am Herzen liegen” zu unterstützen. Über andere Kampagnen-Plattformen haben wir bereits berichtet. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit Meine Kampagne einmal auszuprobieren.

Wer es lieber ohne Registrierung mag, kann sich aber auch beim Umweltverband BUND eine Musterstellungnahme herunterladen oder diese einfach gleich online ausfülllen. Beim BUND plant man noch mehr. So soll die Bundesregierung dazu bewegt werden sich in der Sache deutlich zu postionieren. Die Stellungnahme gibt es auch beim Umweltinstitut München e.V. . Und wer seine Familie und Freunde gleich mit ins Boot holen möchte kann ebenfalls beim Umweltinstitut eine Unterschriftenliste herunter laden und für die Einwendungen sammeln gehen – vielleicht auf dem Weihnachtsmarkt?

Das wäre doch ein guter Grund für einen weiteren Besuch!

oder “googeln” für einen guten Zweck.

Dass Bierkonsum gut für den Regenwald sein kann, hat uns Günther Jauch gelehrt.
Aber um Urwaldschützer zu werden muss man nicht gleich zur Flasche greifen, zumal die Kampagne sowieso schon längst beendet ist und das Trinken nicht jedermanns und -fraus Sache ist. Schon gar nicht während der täglichen Bürostunden. Also was tun?

Eine Lösung bietet Ecosia – Die Grüne Suche. Mit einer Suchanfrage bei Ecosia gleicht man nicht nur den CO2-Ausstoß, der zwischen 5 und 10g pro Suche liegt, aus. Die Werbeeinnahmen, die durch Klicks auf die Anzeigen erzielt werden, gehen außerdem in ein Regenwaldprojekt. Klingt gut, aber woher weiß der Sucher, ob das Geld tatsächlich für den Regenwald gespendet wird?
Alle Spenden, sowie der Geschäftsbericht der GmbH werden regelmäßig veröffentlicht. Ecosia nennt seine Aktivität “Social Busines” und hat sich den Erhalt der Regenwälder zum Ziel gesetzt. Zur Zeit fließen die Gelder – immerhin fast 30.000 € im Mai 2011 – in das Tumucumaque-Schutzgebiet im Norden von Brasilien, das vom WWF Brasilien betreut wird.

Die Suchanfragen werden aber nicht von Ecosia, sondern von Yahoo und Bing abgearbeitet.

Ecosia ist aber längst nicht die erste “Suchmaschine”, mit der versucht wird, das CO2-Problem zu mindern oder zu neutralisieren. Bei Blackle googelt man mit Google Customer Research, also mit Google, sieht aber alle Ergebnisse nur weiß auf schwarz. Dahinter steht die Idee, dass schwarze Bildschirme weniger Energie verbrauchen und damit für weniger CO2 verantwortlich sind  als bunte. Andere Seiten bieten lediglich einen CO2-Ausgleich, ähnlich einer CO2-neutralen Flugreise an oder arbeiten mit eigenen Kriterien für “grüne” Suchergebnisse” wie beispielsweise Greenmaven.

Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten grün zu googeln gibt es bei Utopia oder beim WebEcoist, dort allerdings nur auf englisch.

Wie wäre es mal mit einem Green-Office-Paket in schwarz-weiss?

Vor einem Jahr haben wir an dieser Stelle über die Kampagnen anlässlich offizieller Gedenktage und -Jahre berichtet. Es war das  chinesische “Jahr des Tigers” das der WWF 2010 erfolgreich genutzt hat um mit seinen Kampagnen zum Schutz für die Großkatzen zu kämpfen.

Das neue Jahr begann nach dem chinesischen Kalender am 3. Februar mit dem “Jahr des Hasen”. Anlaß für die Internationale Naturschutzvereinigung IUCN und die Deutsche Wildtierstiftung auf die Situation der Hasen aufmerksam zu machen. Lepus, der Feldhase ist schließlich das “Kampagnentier” der Facebookseite der Deutschen Wildtierstiftung.

Weitere Kampagnen werden 2011 zum UN Jahr der Wälder wieder vom WWF und zum Jahr der Fledermaus der Umweltorganisation der Vereinten Nationen UNEP und EUROBATS.

Das nächste chinesische Jahr wird das Jahr des Drachens sein. Dürfen wir uns auf Kampagnen zum Schutz bedrohter Leguane und Eidechsen freuen?

“There ist no Planet B and so there can be no Plan B”, so Julia Marton-Lefèvre, Generaldirektorin der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN am 28. Oktober auf der Konferenz über biologische Artenvielfalt CBD in Nagoya, Japan.

Ein treffender Satz, der wiederholt werden musste, weil er das Potenzial zum erfolgreichen Kampagnen-Slogan hat.

Macht er doch deutlich, dass wir mit unserer Lebensweise in den Industrienationen die Ressourcen des Planeten übernutzen und dringend umsteuern müssen. Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Das nachhaltigen Wirtschaften auch etwas mit gerechtem Handel und mit unserem persönlichen Kosumverhalten zu tun hat haben wir verstanden weil wir vielleicht die Multivisions-Show “Fair Future“  gesehen haben. Die Kunst einer Kampagne besteht aber immer darin aus Betroffenheit Aktivitäten zu erzeugen, die in einen Prozess des permanenten Fortschritts münden. Das bedeutet eigenes Handeln ermöglichen und Mitmenschen zum mitmachen zu bewegen.

Genau dieses macht der Verein Transfair mit seinem Fairtrade-Siegel und seiner Kampagne “Fairtrade Towns“.

Die Kampagnen zum Fairen Handel werden auch durch Persönlichkeiten wie der Sängerin Annet Louisan und dem BVB-Trainer Jürgen Klopp, fotografiert von Jim Rakete in die Öffentlichkeit getragen.

Damit es aber nicht nur beim gelegentlichen Kauf fair gehandelter Schokolade bleibt, bilden sich immer mehr Initiativen, die das Prinzip des gerechten Handels auf ihre Kommunen übertragen möchten. Am Wochenende findet nun in Bonn und damit erstmals in Deutschland die “4. Internationale Fairtrade-Town Konferenz” statt. Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz ist der Erfahrungsausstausch und die Präsentation verschiedener “Best Practice” Beispiele.

Wie bei den Kollegen von Entwicklungspolitik Online EPO zu lesen ist, feiert die Kampagne gleichzeitig ihr zehntes Jubiläum. Um Fairtrade-Town zu werden müssen fünf Kriterien erfüllt sein, darunter zum Beispiel der Ausschank fair gehandelten Kaffees im Rathaus und in öffentlichen Einrichtungen.

Weltweit wird demnächst die 1.000 Stadt mit dem Siegel “Fairtrade-Town” belohnt. Als erste deutsche Stadt wurde im Januar 2009 Saarbrücken zertifiziert. Inzwischen gibt es in Deutschland immerhin schon 26 Städte und Gemeinden mit dem Siegel und es werden ständig mehr.

Aus dem Blickwinkel des Campaigners eine perfekte Kampagnen-Konstruktion weil Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichzeitig ihr Verhalten verändern und sich zudem auf allen Ebenen engagieren können: zu Hause, in der Schule, im Rathaus …

Wem der Konsum fair gehandelter Waren nicht weit genug geht, kann sich auch am 27. November am “Buy Nothing Day” beteiligen – aber darüber später mehr.

Worauf wartet Ihr?