Mit einer Aktion startete die Entwicklungsorganisation Oxfam heute vor der Hauptversammlung des Münchner Versicherungskonzern Allianz eine Kampagne gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Besonders gelungen ist das Aktionsfoto: Ein gut lesbares Banner für das es keine weiteren Erklärungen braucht, Spiel mit den Farben, das sofort erkennen lässt wer die “Guten” sind, unterstützt durch freundliche – in diesem Fall Aktivistinnen. Das Ganze zeitgleich mit der Veröffentlichung einer Studie über die Spekulations-Praktiken.
Die Online-Medienresonanz ist beachtlich. Eine kurze Suche bei Google ergab am Nachmittag 96 Meldungen. Das dürfte sich auch in den Hörfunk-, und TV-Nachrichten sowie in den Printmedien bemerkbar machen. Wer mehr über die Studie erfahren möchte kann hier bei Oxfam rein schauen.
Glückwunsch an Oxfam und das Kampagnenteam – Wir drücken die Daumen!
Übrigens, wer Oxfam über Twitter folgt, kann die Allianz-Aktion quasi miterleben. Eine Petitition, die im Herbst an Finanzminister Schäuble übergeben werden soll, kann hier unterstützt werden (Wir haben berichtet).
Ostern ist vorbei und damit auch die Fastenzeit mit den dazugehörigen Fasten-Kampagnen. Kann jetzt wieder richtig zugeschlagen werden? Nicht ganz. Neulich hat unsere Verbraucher-Ministerin Ilse Aignergemahnt, Lebesmittel nicht gleich in den Müll zu geben nur weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sei kein Wegwerfdatum, so Aigner.
Aber nicht nur das. Unsere Großmutter wußte noch : “Mit dem Essen spielt man nicht!”. Deswegen haben jetzt die Entwicklungsorganisationen OxfamDeutschland, Welthungerhilfe und Misereor zusammen mit Attac, Campact, WEED und dem Südwind-Institut eine Kampagne gegen Spekulationen mit Nahrungsmitteln gestartet. Bei der Protestaktion sammelt das Bündnis unter dem Motto “Mit Essen spielt man nicht!” über seine Netzwerke online und offline Unterschriften. Im Herbst 2012 sollen die gesammelten Unterschriften in einer symbolischen Aktion an Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble übergeben werden, heisst es in der Presseerklärung. Auch die Deutsche Handwerkszeitung ruft zur Teilnahme an der Unterschriftenaktion auf. Die steigenden Rohstoffpreise auf den Agrarmärkten, z.B. für Mehl, werden unter anderem durch die Spekulationen an den Rohstoffbörsen verursacht. Besonders prekär ist die Lage in Entwicklungsländern. Dort geben arme Familien oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus.
Bereits seit Herbst letzten Jahres machen die Verbraucherschützer von Foodwatch gegen dieDeutsche Bank mobil. Sie fordern mit dem Slogan “Hände weg vom Acker, Mann” die Deutsche Bank auf, aus den Spekulationsgechäften auszusteigen. Mit dabei ist auch das Avaaz-Netzwerk. Auf deren Homepage werden bereits über 106.000 Unterzeicher vermeldet.
Unterschriftenaktionen und Petitionen allein reichen selten aus um die gesteckten Ziele zu erreichen. Wir sind gespannt mit welchen Aktionen die beteiligten Kampaignerinnen und Kampaigner die Öffentlichkeit überraschen werden und wünschen viel Erfolg!
Teilnehmen an den Aktionen könnt ihr bei Foodwatch und bei Oxfam.
Diesmal ist es kein Konsumenten-Ratgeber (wir haben berichtet), sondern eine Hitliste derjenigen IT-Unternehmen, die sich z,Zt. am meisten um den Klimaschutz bemühen. Einen ersten Bericht gab es im Wired. Dieser hat auch gleich für Diskussionen gesorgt an denen sich auch Gary Cook, Greenpeace IT analyst und Co-Autor des Berichts beteiligt hat.
Bei Google unterzeichneten mehr als sieben Millionen Menschen eine Petition. Die englischsprachige Wikipedia-Seite blieb Gestern “schwarz” – aus Protest. Protest gegen ein geplantes US-Gesetz, das Freiheiten im Internet bedrohen würde, der Stop Online Piracy Act (SOPA) und der Protect IP Act (PIPA).
Nun ist das 12-stündige Abschalten einer Internetseite, auch wenn es die Seite von Wikipedia ist, noch nicht spektakuläres, über das zu berichten sich lohnt. Am Mittwoch trat aber ein, was sich viele für den Euro-Rettungsschirm wünschen: Ein Hebel!
Innerhalb kurzer Zeit beteiligten sich unzählige Websites an der Aktion – Seiten von kleinen Bloggern und von großen Organisationen auch aus Deutschland. Bereits zur Mittagsstunde waren die Gesetze Thema in den Hauptnachrichten. Im Deutschlandfunk wurde um 12:00 berichtet welche deutschen Betreiber von Interseiten sich an der Protestaktion beteiligen.
Der Protes zeigt Wirkung: Mehrer US-Senatoren beider Parteien wollen ihre Haltung zu den Gesetzen “überdenken”, wie die Washington Post schreibt.
Sahen wir mit dem “Blackout Day” ein kraftvolles Protestmittel? Eine Aktion, ob im Internet oder auf dem Dach eines Atomkraftwerkes muss einige Kriterien erfüllen um erfolgreich sein zu können. Sie muss zu dem Thema, in diesem Fall zum Internet, passen. Das Thema muss viele Menschen berühren und die Freiheit im Internet betrifft praktisch alle. Das Anliegen muss verständlich und nachvollziehbar sein. Auch das war gegeben. Und die Aktion muss professionell durchgeführt und begleitet werden.
Übrigens, mit ACTA gibt ein europäisches Pendant zum SOPA, wie Markus Beckedahl von netzpolitik.org in einem Zeit-OnlineInterview erläutert.
Wir haben es vernommen: Trotz Tschernobyl, Fukushima, bestehendem Baustopp und dem Atomausstieg hierzulande – Polen will in die Atomkraft einsteigen. Die Grünen in Polen sind schwach und die Regierung bezuschusst eine Kampagne zur Aufklärung der Nutzung der Kernenergie mit vorerst rund einer Millionen Euro, wie die Zeitberichtete.
Da kann etwas Schützenhilfe der deutschen Grünen nicht schaden. Auf ihrer Online-Kampagnenplattform Meine Kampagne haben Bündniss 90/Die Grünen aus Brandenburg eine Einwendungsaktion gegen die ponischen Einstiegspläne in die Atomkraft gestartet. Noch bis zum 4. Januar 2012 können Bürgerinnen und Bürger aus den Nachbarländern nach EU-Recht ihre Eingaben an die zuständige Ministerin Hannah Trojanowska senden. Diese muss ihre Pläne einer sogenannten “strategischen Umweltprüfung” (SUP) unterziehen und die Stellungnahmen, auch die deutscher EU-Bürger, berücksichtigen.
Schade, dass auf der Internetseite bei den Grünen nicht erklärt wird wie die Stellungnahmen berücksichtigt werden müssen und warum es sinnvoll ist möglichst viele Einwände in Polen einzureichen. Gehen die Initiatorinnen und Initiatoren von einer Selbstverständlichkeit aus, oder wollen sie lieber nicht erwähnen, dass die Einwendungen “nur” politisches Druckmittel sind. Geht es möglicherweise auch darum die Wege für künftige Klageverfahren gegen die Pläne zu bahnen?
Die Plattform Meine Kampagne wird von den Grünen vor allem auch Nicht-Mitgliedern angeboten um politische Themen die “ihnen am Herzen liegen” zu unterstützen. Über andere Kampagnen-Plattformen haben wir bereits berichtet. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit Meine Kampagne einmal auszuprobieren.
Wer es lieber ohne Registrierung mag, kann sich aber auch beim Umweltverband BUND eine Musterstellungnahme herunterladen oder diese einfach gleich online ausfülllen. Beim BUND plant man noch mehr. So soll die Bundesregierung dazu bewegt werden sich in der Sache deutlich zu postionieren. Die Stellungnahme gibt es auch beim Umweltinstitut München e.V. . Und wer seine Familie und Freunde gleich mit ins Boot holen möchte kann ebenfalls beim Umweltinstitut eine Unterschriftenliste herunter laden und für die Einwendungen sammeln gehen – vielleicht auf dem Weihnachtsmarkt?
Das wäre doch ein guter Grund für einen weiteren Besuch!